Georg Büttner's Bleistiftseiten


Die vergessenen Bleistiftfabriken    (N-Z)

NORDDEUTSCHE BLEISTIFTFABRIK , Neustadt-Gleve
In Mecklenburg-Vorpommern versuchte eine der größten Bleistiftfabriken
der Welt, die China First Pencil Co. Ltd., Schanghai, eine Fabrikation für
den europäischen Raum aufzubauen.  Rohware aus China sollte hier
bearbeitet werden und das begehrte "Made in Germany" zu erhalten.
Das hat aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert. Die Einweihung
der Fabrik erfolgte 1997, Anfang 1999 ging das Unternehmen in Konkurs.

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M. NOPITSCH, Nürnberg
Moritz Nopitsch gründete die Firma 1861 in der Lochnerstraße in Schweinau. Nach dessem Tod
wurde die Firma von der Witwe und ihren 3 Söhnen weitergeführt und später in Gebr. Nopitsch
umbenannt. In einer Anzeige von 1891 wurde neben dem Werk in Schweinau eine Fertigungstelle
in Ober-Fichtenmühle und ein Lager in Paris bei Jules Heinrich genannt. Um 1900 wurde die nur
wenige Straßen entfernte Fabrik von  G.W. Sussner übernommen. Die Glocke als Marken-
zeichen  wurde 1925 an die Firma Breitenfelder in Nürnberg verkauft. Nach schweren Schäden
an den Gebäuden in Schweinau  wurde die Fertigung nach dem 2. Weltkrieg nicht wieder aufge-
nommen.                                                                                                                                          (Quelle: Familie Nopitsch)

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PENTORY GMBH, Zarrentin
Im November 1998 erfolgte die Einweihung der neu gebauten Fabrik. Ein deutscher und ein
chinesischer Gesellschafter wollten in Mecklenburg-Vorpommern u. a. Bleistifte für den
europäischen Markt produzieren, bzw. chinesische Rohware bearbeiten. Das Experiment ging
schief. Im Januar 1999 ging die Firma in Konkurs.

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Rechnungskopf  von 1906

J. J. REHBACH, Regensburg - Nordhalben/Oberfranken
1820 übernahmen Johann Jakob Rehbach und sein Sohn Johann Christoph die kgl. bay. Bleistift-
manufaktur in Obernzell bei Passau. Sie verlegten den Betrieb nach Regensburg und firmierten
ab 1821 unter dem Namen "Schlüssel-Bleistiftfabrik". In den sechziger Jahren des 19. Jahr-
hunderts wurde die Firma unter der Leitung von Fritz Rehbach zum zweitgrößten Hersteller in
Deutschland und zum größten Unternehmer in Regensburg. Um 1920 übernahm sein Schwieger-
sohn Ammon die Firma. 1934 ging die Firma unter diesem Inhaber in Konkurs.
Übernommen wurde die Firma dann von Gottfried Pensel & Sohn, die in Nordhalben schon die
ARGONA-Bleistiftfabrik und eine Fabrik für Schiefertafeln und Griffeln betrieben.
Die Produktion wurde von Regensburg nach Nordhalben verlegt und unter dem Namen
J. J. REHBACH weitergeführt. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Firma
von der Firma Haubold übernommen. Nach wenigen Jahren wurde die Produktion von Stiften
eingestellt. Nach 150 Jahren verschwand damit einer der markantesten Namen der deutschen
Bleistiftgeschichte.

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Rechnungskopf  von 1952

vgschaller1.jpg (15685 Byte) JEAN SCHALLER & CO Nürnberg
Abgesehen von einem Brief von 1863 von Nürnberg
nach Italien, liegen über diese Firma keine
Unterlagen vor. Bekannt ist aber, daß Schaller in
dubiose Geschäfte mit schweizer Händlern
verwickelt war, die den Markennamen A. W. Faber
kopierten. Zeitweise residierte Schaller auch in
Dresden und Zürich, wo er den Markennamen
"A. W. Faber Zürich" geführt hat.
vgschaller2.jpg (7992 Byte)
PAUL STAEDTLER & SOHN, Nürnberg
1815 übernahm Paulus Staedtler mit seinem Bruder Abraham Jakob Staedtler den von Michael
Staedtler gegründeten und von seiner Witwe weitergeführten "Betrieb" in der Engelhardsgasse.
Um 1835 trat ein weiterer Sohn, Christoph Friedrich Staedtler, in die Firma ein, die bereits
ca 50 Personen beschäftigte. 1838 wurde Christoph Friedrich Alleininhaber.  1843 ging die Firma
in Konkurs. Mit Unterstützung von Johann Sebastian Staedtler konnte er in kleinem Rahmen
weiterfertigen. Er verlegte 1847 den Betrieb nach Gostenhof und firmierte nun unter dem
Namen PAUL STAEDTLER'S SOHN. Über das weitere Geschick der Firma ist nichts bekannt,
vermutlich ging sie Mitte des 19. Jahrhunderts in der Firma J. S. STAEDTLER auf.
W. STAEDTLER & CO., Nürnberg
1856 übergab der Firmengründer Johann Sebastian Staedtler zwei seiner Söhne die noch heute
bestehende Bleistiftfabrik J. S. Staedtler, die beiden anderen (Wolfgang und Abraham Jakob)
gründeten mit seiner Unterstützung die Firma W. Staedtler & Co. an der Nürnberger Adresse
Spitzenberg 16. Im Februar 1889 tritt Friedrich Wuzel in die Firma ein, wenige Monate
später tritt der letzte Staedtler (Wilhelm) aus. Im 1. Nürnberger Telefonverzeichnis von 1900
erscheint die Firma  (in geänderter Schreibweise) unter "W. Städler & Co Nachfolger Friedrich Wuzel". 1906 lautet die Anschrift Rennwegstr. 50. Im Jahre 1912 wurde das Unternehmen an
die Inhaber der Firma J. S. Staedtler verkauft und somit die beiden Firmen vereint.

vgwstaed.jpg (3435 Byte)
naturbelassener Bleistift, um 1900

vgsuss.jpg (8250 Byte) G. W. SUSSNER, Nürnberg
Die vermutlich 1846 gegründete Firma stand in Schweinau
in der Kreuzsteinstraße 29. Nebenstehende Anzeige
stammt aus dem Nürnberger  Handels- und Gewerbe-
adressbuch von 1891. Um 1900 wird sie mit der Firma
Gebr. Nopitsch verschmolzen.

vgphoenix.jpg (16054 Byte)           vgtrabant.jpg (14357 Byte) Bleistiftschachteln, um 1950

TURM-Bleistiftfabrik, Böhlitz-Ehrenberg  
In der Leipziger Pianoforte Fabrik (LPF) von Ludwig Hupfeld wurden nach 1945 neben Möbeln
und Sportgeräten auch Bleistifte hergestellt. Wie lange dort produziert wurde ist nicht bekannt.

vgbleiVEB.jpg (8874 Byte) um 1950

J. C. WOLF, Stein
Diese Firma taucht nur in den "Erhebungen über Gewerbsverhältnisse in Bayern 1860-1885"
auf.  Die Firma beschäftigte 7 Arbeiter und war mit einem Jahresumsatz von ca 10.000 Gulden
keine ganz kleine Fabrik. Hauptabsatzgebiet der Stifte war Bayern.
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                                                                        © Georg Büttner 21.01.2005